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Sven Kuntze: Der Journalist, der Deutschland den Morgen erklärte
Sven Kuntze ist einer der prägendsten Fernsehjournalisten Deutschlands der vergangenen vier Jahrzehnte: geboren am 29. Mai 1942 in Straßburg, wurde er als USA-Korrespondent, als Gesicht des ARD-Morgenmagazins und später als Hauptstadtkorrespondent bekannt. Nach seiner Pensionierung 2007 baute sich der gelernte Sozialwissenschaftler eine zweite Karriere als Bestsellerautor auf, deren Bücher über das Älterwerden mehrfach die Spiegel-Bestsellerliste erreichten.
Sven Kuntze: Herkunft, Studium und die Jahre vor dem Fernsehen
Der gebürtige Straßburger wuchs, wie er selbst in einem Gespräch mit der taz erzählte, auf einem Weingut auf – eine Prägung, die seinen späteren, unaufgeregten Umgang mit dem Alter mit erklärt. Vor seinem Einstieg in den Journalismus studierte er Soziologie, Psychologie und Geschichte an der Universität Tübingen, ein Fächertrio, das seinem späteren Interesse an gesellschaftlichen Umbrüchen eine solide analytische Basis gab.
Erst mit über 40 Jahren startete er 1983 offiziell seine journalistische Laufbahn, als er eine Anstellung im ARD-Hauptstadtstudio Bonn antrat. Für einen späteren TV-Promi war das ein spätes, aber folgenreiches Debüt.
Die journalistische Laufbahn: Von Bonn über New York nach Berlin
Sieben Jahre nach seinem Bonner Einstieg wechselte der Reporter 1990 in die USA. Als Korrespondent für ARD und WDR berichtete er aus New York und Washington – gemeinsam mit seiner damaligen Lebensgefährtin Doris Köpf, die später als Doris Schröder-Köpf bekannt wurde, nachdem sie den früheren niedersächsischen Ministerpräsidenten und späteren Bundeskanzler Gerhard Schröder heiratete.
In seinen Jahren an der Ost- und Westküste sowie zuvor in Bonn galt der Korrespondent manchen Beobachtern als politisch zu weit links positioniert – ein Vorwurf, den Kollegen aus jener Zeit rückblickend eher als Ausdruck seiner unabhängigen, unbequemen Berichterstattung werten.
Karriere-Timeline im Überblick
| Jahr | Station |
|---|---|
| 1983 | Einstieg ins ARD-Hauptstadtstudio Bonn |
| 1990 | USA-Korrespondent für ARD/WDR in New York und Washington |
| 1993/94–1999 | Moderation des ARD-Morgenmagazins, gemeinsam mit Peter Großmann und Inka Schneider |
| 2004–2007 | WDR-Korrespondent im ARD-Hauptstadtstudio Berlin |
| 2007 | Eintritt in den Ruhestand |
| 2008 | Deutscher Fernsehpreis (Beste Reportage) für „Alt sein auf Probe“ |
| 2009 | Dokumentation „Gut sein auf Probe – Ein Egoist engagiert sich“ als Regisseur |
| 2011 | Bestseller „Altern wie ein Gentleman“ |
| 2019 | Buch „Alt sein wie ein Gentleman“ |
Das ARD-Morgenmagazin: Die prägendsten Fernsehjahre
Zwischen 1993/94 und 1999 saß der Moderator im Studio des ARD-Morgenmagazins, im Wechsel an der Seite von Peter Großmann und Inka Schneider. In dieser Rolle erreichte er ein Millionenpublikum, das ihn nicht als politischen Kommentator, sondern als vertrauten Begleiter in den frühen Morgenstunden kennenlernte – ein völlig anderes Format als seine vorherige Korrespondentenarbeit.
Mit dem Umzug der Bundesregierung nach Berlin folgte der nächste Karriereschritt: Von 2004 bis zu seiner Pensionierung 2007 berichtete er als WDR-Korrespondent für das ARD-Hauptstadtstudio aus der neuen Regierungsmetropole.
Der zweite Akt: Sven Kuntze als Bestsellerautor
Der Ruhestand bedeutete für den umtriebigen Publizisten keine Zäsur, sondern einen Neustart. Als freier Journalist und Buchautor widmete er sich fortan einem Thema, das im deutschen Feuilleton lange vernachlässigt wurde: dem Altern als aktivem, gestaltbaren Lebensabschnitt statt bloßem Verfallsprozess.
Sein 2011 bei C. Bertelsmann erschienenes Werk „Altern wie ein Gentleman. Zwischen Müßiggang und Engagement“ avancierte zum Spiegel-Bestseller. 2019 legte er mit „Alt sein wie ein Gentleman“ nach. Beide Titel treffen einen Nerv: direkte, oft selbstironische Reflexionen über Verdrängung, Gelassenheit und die „gnädige Lüge“ als Überlebensstrategie im Alter, wie er es selbst formulierte.
Weitere Buchtitel des Autors
New York City – Reflexionen aus seiner Korrespondentenzeit
Eine wunderbare Katastrophe
Einigt Euch! – gesellschaftspolitisches Sachbuch
Auszeichnungen und mediale Präsenz
Für seine Reportage „Alt sein auf Probe“ erhielt der Journalist 2008 den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie Beste Reportage. Ein Jahr später führte er bei der Dokumentation „Gut sein auf Probe – Ein Egoist engagiert sich“ selbst Regie.
Auch im Ruhestand blieb er öffentlich sichtbar: Er trat bei „Markus Lanz“ auf, war Gast auf der Frankfurter Buchmesse und beim Bundespresseball in Berlin, wo er 2018 gemeinsam mit seiner früheren Moderationskollegin Inka Schneider gesehen wurde.
Warum der Name bis heute gesucht wird
Wer über Sven Kuntze recherchiert, stößt meist auf zwei Spuren: die des Fernsehjournalisten, der die Republik jahrzehntelang aus Bonn, New York, Washington und Berlin informierte, und die des Autors, der pointiert über das Altern schreibt. Beide Facetten ergänzen sich – ein Reporter, der über Jahrzehnte politische Systeme analysierte, wendet dieselbe nüchterne Beobachtungsgabe nun auf das eigene Leben an.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Wie alt ist Sven Kuntze und wo wurde er geboren?
Sven Kuntze wurde am 29. Mai 1942 in Straßburg geboren.
Welche Sendung machte Sven Kuntze bekannt?
Bundesweit bekannt wurde er vor allem durch seine Moderation des ARD-Morgenmagazins zwischen 1993/94 und 1999, davor durch seine Arbeit als USA-Korrespondent für ARD und WDR.
Welches Buch von Sven Kuntze wurde ein Bestseller?
„Altern wie ein Gentleman. Zwischen Müßiggang und Engagement“, erschienen 2011 bei C. Bertelsmann, erreichte die Spiegel-Bestsellerliste. 2019 folgte „Alt sein wie ein Gentleman“.
Ist Sven Kuntze noch als Journalist aktiv?
Seit seiner Pensionierung 2007 ist er nicht mehr als klassischer TV-Korrespondent tätig, arbeitet aber weiterhin als freier Journalist und Buchautor.
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